Kosmisches Wetter 28. September 2026: Vor drei Tagen war der Sonnenwind angekommen. Heute scheint sich das System wieder zu beruhigen. Der Kp-Index liegt am frühen Morgen bei nur 1,0, Cumiana zeigt A1 4,3 und der Sturmstatus steht auf RUHIG.

Damit schließt sich ein bemerkenswerter kleiner Bogen, den wir seit dem 23. September praktisch Schritt für Schritt verfolgen konnten.

Vor dem Eintreffen des High-Speed-Streams lag Cumiana bei A1 4,7. Während der aktiveren Phase stieg die Anzeige auf 8,5. Am 27. September waren es noch 5,6 – und heute Morgen sind wir bei 4,3 angekommen.

Gleichzeitig wird auch der Sonnenwind wieder langsamer.

Genau diese Entwicklung hatten wir für die letzten Septembertage erwartet.

Kosmisches Wetter 28. September 2026: Was seit dem 25. September passiert ist

Am 25. September lautete die Überschrift noch: Der Sonnenwind ist da.

Der High-Speed-Stream des koronalen Lochs CH159 hatte die Erde erreicht. In der vorausgehenden Phase war die Stärke des interplanetaren Magnetfeldes deutlich angestiegen, Bz hatte zeitweise kräftig nach Süden gedreht und das Erdmagnetfeld reagierte bis in den aktiven Bereich.

Der zunächst mögliche G1-Sturm entwickelte sich allerdings nicht.

Trotzdem blieb der High-Speed-Stream noch einige Tage spürbar. In den folgenden Messungen erreichte das globale Erdmagnetfeld erneut Kp 4. Erst danach begann der Einfluss langsam nachzulassen.

Der aktuelle Bericht des Solar Influences Data and Analysis Centre beschreibt inzwischen ausdrücklich die Rückkehr in Richtung eines langsamen Sonnenwindregimes. Die Geschwindigkeit sank innerhalb des ausgewerteten Zeitraums von ungefähr 490 auf 420 km/s. Bt blieb unter 6 nT, während Bz zwischen ungefähr −5 und +6 nT schwankte. Für die folgenden 24 Stunden erwartet SIDC langsamen Sonnenwind.

Damit ist die aktive Phase, die wir seit dem 23. September verfolgt haben, inzwischen weitgehend am Auslaufen.

Und diesmal besitzen wir etwas, das bei einer einzelnen Momentaufnahme fehlt: ein ziemlich gutes Vorher, Währenddessen und Danach.

Cumiana: 4,7 → 8,5 → 5,6 → 4,3

Unsere Cumiana-Reihe ist inzwischen besonders interessant.

Am 23. September, noch vor dem High-Speed-Stream, dokumentierten wir:

Kp 0,0 | A1 4,7

Am 25. September, nachdem sich die Sonnenwindbedingungen verändert hatten:

Kp 2,0 | A1 8,5

Am 27. September, während die aktive Phase bereits abklang:

Kp 2,0 | A1 5,6

Und heute Morgen, am 28. September:

Kp 1,0 | A1 4,3

Damit liegt A1 inzwischen sogar etwas unter unserem Ausgangswert vom 23. September.

Auch das aktuelle Cumiana-Spektrogramm wirkt entsprechend ruhiger. Die Resonanzbänder sind weiterhin deutlich erkennbar, ebenso einzelne vertikale Intensitätsstrukturen. Die ausgeprägteren Aktivitätsbereiche der vergangenen Tage bestimmen das Bild aber nicht mehr.

Das Interessante daran ist weniger ein einzelner hoher oder niedriger Wert als der Verlauf.

Zwischen dem 23. und 25. September stieg A1 von 4,7 auf 8,5. Anschließend fiel die Anzeige über 5,6 auf jetzt 4,3 zurück.

Parallel dazu durchlief auch das Weltraumwetter seine aktive Phase und bewegt sich inzwischen wieder in Richtung langsamer Hintergrundbedingungen.

Das ist eine zeitliche Übereinstimmung, die für unsere Chronik relevant ist. Ob beide Entwicklungen miteinander gekoppelt sind, lässt sich daraus allein nicht ableiten.

Und auch unsere bisherigen Messungen zeigen weiterhin, dass Kp und A1 keineswegs einfach miteinander hoch- und herunterlaufen: Vom 25. zum 27. September blieb beispielsweise Kp in unseren Momentaufnahmen bei 2, während A1 bereits deutlich von 8,5 auf 5,6 sank.

Genau deshalb beobachten wir mehrere Parameter gleichzeitig.

Die Sonne selbst bleibt ruhig

Während sich der Sonnenwind normalisiert, gibt es momentan auch von der sichtbaren Sonnenseite keinen neuen größeren Impuls.

SIDC meldete zuletzt mehrere C-Flares. Der stärkste war ein C3.1-Flare am 26. September um 16:55 UTC, der der NOAA-Region AR4534 zugeordnet wurde und bereits hinter dem westlichen Sonnenrand lag.

Die übrigen aktiven Regionen waren überwiegend magnetisch einfach aufgebaut. Für die weitere Entwicklung werden C-Flares erwartet; für einen M-Flare besteht lediglich eine kleinere Wahrscheinlichkeit.

Noch wichtiger für die Erde: In den ausgewerteten Koronagraphenbildern wurde kein erdgerichteter CME entdeckt.

Auch der >10-MeV-Protonenfluss blieb unter seiner Ereignisschwelle. Auffälliger war lediglich der hochenergetische Elektronenfluss: Der >2-MeV-Fluss schwankte zeitweise um beziehungsweise über der Warnschwelle von 1.000 pfu. Das ist eine andere Teilchenpopulation als der Protonenfluss und kein Hinweis auf einen neuen Sonnensturm.

Die Ausgangslage für die letzten Septembertage ist damit momentan ausgesprochen ruhig.

Das Erdmagnetfeld kommt ebenfalls herunter

Auch hier passt dein heutiges Bild sehr gut zur Entwicklung.

SIDC registrierte im vorausgehenden 24-Stunden-Zeitraum zwar noch einmal aktive Bedingungen bis Kp 4. Für die darauffolgenden Stunden wurden aber bereits nur noch ruhige bis unruhige Bedingungen erwartet.

Heute Morgen zeigt deine aktuelle Aufnahme:

Kp 1,0 – Sturmstatus RUHIG.

Das ist ein erheblicher Unterschied zu der Phase nach dem Eintreffen des High-Speed-Streams.

Der interessante Punkt ist deshalb heute nicht ein neues Ereignis.

Es ist die Rückkehr zum Ausgangszustand.

Körper und Psyche: Jetzt wird auch die Ruhephase interessant

Unsere Beobachtung des Befindens läuft deshalb unverändert weiter.

Über die vergangenen Wochen dokumentierten wir wiederkehrend Phasen mit Kopfdruck oder Kopfschmerzen, Erschöpfung, innerer Anspannung, Konzentrationsschwierigkeiten, Kreislaufempfindlichkeit sowie erhöhter Reizbarkeit oder Überstimulation. Beim Schlaf zeigte sich weiterhin kein durchgehend einheitliches Muster.

Mit dem heutigen Tag beginnt für diese Beobachtung eine ebenso interessante Phase wie während erhöhter Aktivität.

Denn wenn wir ausschließlich aktive Tage dokumentierten, hätten wir keinen Vergleich.

Jetzt haben wir dagegen eine Entwicklung von erhöhtem Sonnenwind und zeitweise aktivem Erdmagnetfeld zurück zu Kp 1, A1 4,3 und langsamem Sonnenwind.

Damit können wir auch beobachten, ob sich bestimmte wiederkehrende Wahrnehmungen verändern, verschwinden, zeitversetzt auftreten oder vollkommen unabhängig von diesem Übergang bleiben.

Genau darum geht es bei unserer Zeitreihe: nicht darum, einer Empfindung nachträglich einen einzelnen Messwert zuzuordnen, sondern über längere Zeit zu sehen, welche Abfolgen sich wiederholen – und welche nicht.

Seismik: M5,5 in der Tasmansee

Auch die weltweite Seismik bleibt Bestandteil unserer Beobachtung.

Nach deiner aktuellen 24-Stunden-Übersicht liegt das stärkste Ereignis bei Magnitude 5,5 in der Tasmansee im Raum Neuseeland/Australien.

In der Dominikanischen Republik wurde außerdem ein Erdbeben der Stärke 4,8 im Bereich La Romana großräumig wahrgenommen.

Als jüngstes Ereignis erscheint in deiner Übersicht ein M3,1 in Rumänien. Ein mögliches Ereignis um M3 südwestlich von Almaty in Kasachstan wurde als gespürt gemeldet, ist in der von dir verwendeten Übersicht allerdings noch als unbestätigt gekennzeichnet.

Damit zeigt sich auch heute globale seismische Aktivität, das stärkste Ereignis unseres betrachteten Fensters bleibt mit M5,5 jedoch im moderaten Bereich.

Für unsere Zeitreihe ergibt sich deshalb momentan kein Hinweis auf eine außergewöhnliche Häufung sehr großer globaler Erdbeben.

Für die laufende Kontrolle nutzen wir weiterhin bevorzugt den USGS Earthquake Catalog; die von dir gelieferten sehr aktuellen Ereignisse stammen aus deiner Live-Übersicht.

Der Mond: 97,2 Prozent – jetzt wieder abnehmend

Am Himmel ist der Übergang ebenfalls sichtbar.

Der Mond ist heute noch zu 97,2 Prozent beleuchtet, befindet sich nach dem Vollmond aber bereits wieder in seiner abnehmenden Phase.

Damit fällt auch astronomisch ein Wendepunkt genau in den Zeitraum, den wir gerade beobachten: Die zunehmende Mondphase ist beendet, während gleichzeitig die erhöhte Sonnenwindphase ausläuft.

Für unsere physikalische Weltraumwetterbeobachtung behandeln wir diese Entwicklungen zunächst getrennt. Für die wahre siderische Astrologie kann die Mondposition anschließend wieder in ihrem eigenen Kontext betrachtet werden.

Unsere September-Reihe zeigt inzwischen eine komplette kleine Welle

Wenn wir nur die letzten Tage nebeneinanderlegen, wird die Entwicklung erstaunlich anschaulich.

23. September: ruhiger Ausgangspunkt – Kp 0, A1 4,7, langsamer Sonnenwind.

24./25. September: CH159 erreicht die Erde – Sonnenwind und interplanetares Magnetfeld verändern sich, geomagnetische Aktivität nimmt zu.

25. September: Kp 2 in unserer Momentaufnahme, A1 steigt auf 8,5.

26./27. September: High-Speed-Stream klingt allmählich ab; geomagnetisch werden noch aktive Phasen bis Kp 4 registriert.

27. September: Kp 2, A1 bereits wieder bei 5,6.

28. September: Kp 1, A1 4,3 – und der Sonnenwind bewegt sich zurück in Richtung langsamer Hintergrundbedingungen. SIDC beschreibt die Geschwindigkeit zuletzt mit einem Rückgang von etwa 490 auf 420 km/s.

Damit haben wir tatsächlich die Entwicklung beobachtet, auf die wir im Artikel vom 25. September vorausgeschaut hatten.

Nicht nur den Anstieg.

Auch das Abklingen.

Vorschau: Was bringen die letzten Septembertage?

Für heute und morgen sieht die Lage zunächst unspektakulär aus – und gerade das macht sie als Vergleichszeitraum wertvoll.

SIDC prognostizierte für den 28. September einen Ap-Wert von 11 und für den 29. September nur noch Ap 7. Gleichzeitig lautet die geomagnetische Einschätzung quiet, also ruhig. C-Flares bleiben wahrscheinlich, während der Protonenfluss ruhig erwartet wird.

Für den 29. September spricht damit momentan vieles für eine Fortsetzung der ruhigen Bedingungen.

Für den 30. September möchte ich bewusst noch keine konkrete Kp-Zahl festschreiben. Die derzeit verfügbare SIDC-Dreitageprognose reicht bis zum 29. September. Ohne einen neuen erdgerichteten CME oder einen neu eintreffenden High-Speed-Stream gibt es momentan jedoch keinen belastbaren Hinweis auf eine unmittelbar bevorstehende größere geomagnetische Störung. Zuletzt wurde ausdrücklich kein erdgerichteter CME beobachtet.

Das macht die letzten Septembertage zu einer Art neuer Basislinie.

Wenn Kp niedrig bleibt und Cumiana ebenfalls im Bereich um A1 4 bis 5 verharrt, haben wir einen ruhigen Vergleichszeitraum.

Sollte Cumiana dagegen wieder deutlich ausschlagen, obwohl Sonnenwind und Erdmagnetfeld ruhig bleiben, wäre auch das für unsere Beobachtung ausgesprochen interessant.

Denn dann hätten wir wieder eine klare Trennung der beiden Zeitreihen.

Kosmisches Wetter 28. September 2026: Ein Kreis schließt sich

Am 23. September schrieben wir:

Nun warten wir auf den Sonnenwind.

Am 25. September konnten wir sagen:

Er ist angekommen.

Heute können wir einen dritten Satz hinzufügen:

Er zieht wieder ab.

Und genau dadurch wird aus einzelnen täglichen Messwerten langsam eine Chronik.

Cumiana bewegte sich von A1 4,7 über 8,5 und 5,6 auf jetzt 4,3. Das Erdmagnetfeld durchlief aktive Phasen und steht heute Morgen wieder bei Kp 1. Der Sonnenwind sank zuletzt von ungefähr 490 auf 420 km/s und soll in ein langsames Regime zurückkehren. Die Sonne produziert derzeit hauptsächlich kleinere C-Flares und ein neuer erdgerichteter CME wurde zuletzt nicht festgestellt.

Gleichzeitig steht der Mond mit 97,2 Prozent noch fast vollständig beleuchtet am Himmel, nimmt nach dem Vollmond aber bereits wieder ab. Die Seismik zeigt Ereignisse bis M5,5, ohne dass sich in unserem aktuellen Fenster eine außergewöhnliche Serie sehr großer Beben abzeichnet.

So endet der September momentan nicht mit einem Knall.

Sondern mit einem Rückgang.

Und vielleicht sind gerade solche Tage für unsere Beobachtung wichtiger, als sie zunächst aussehen. Denn erst die ruhigen Phasen zeigen uns, was von den Mustern übrig bleibt, wenn der äußere Impuls wieder verschwindet.

Beobachten. Dokumentieren. Vergleichen.

Sonne. Erdmagnetfeld. Cumiana. Seismik. Und wir mittendrin.