Kosmisches Wetter 18. September 2026: Nach mehreren bewegten Tagen beruhigt sich das Weltraumwetter deutlich. Der extreme Sonnenwind mit Spitzen nahe 800 km/s liegt hinter uns, das Erdmagnetfeld ist ruhig bis leicht unruhig und auch auf der sichtbaren Sonnenseite geschieht momentan wenig. Doch ausgerechnet jetzt zeigt unsere Schumann-Beobachtung in Cumiana eine auffällige Entwicklung: Die angezeigte A1-Amplitude ist auf 9,1 gestiegen.

Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die für unsere Beobachtungsreihe zunehmend interessanter wird. Während die geomagnetische Aktivität zurückgeht, steigt der von uns dokumentierte A1-Wert in Cumiana. Gleichzeitig zeigt das Detail-Spektrogramm eine markante, zeitlich begrenzte Intensitätsstruktur.

Was ist seit dem gestrigen Artikel passiert?

Kosmisches Wetter 18. September 2026: Der Sonnenwind klingt ab

Die Ausgangslage unterscheidet sich inzwischen deutlich von der Situation zu Wochenbeginn.

Am 15. September hatten wir kurzfristig Sonnenwindgeschwindigkeiten nahe 800 km/s beobachtet. Das interplanetare Magnetfeld verstärkte sich, Bz drehte zeitweise deutlich nach Süden und anschließend reagierte das Erdmagnetfeld bis Kp 4.

Der erwartete größere geomagnetische Sturm entwickelte sich daraus jedoch nicht.

Inzwischen nimmt auch der Einfluss des High-Speed-Streams des koronalen Lochs weiter ab. Die jüngste NOAA-Auswertung beschreibt einen Rückgang der Sonnenwindgeschwindigkeit von ungefähr 550 auf 450 km/s. Die Gesamtstärke des interplanetaren Magnetfeldes Bt bewegte sich dabei nur noch zwischen 3 und 7 nT, während Bz zwar schwankte, aber in einem vergleichsweise unproblematischen Bereich blieb.

Auch die geomagnetische Reaktion passt dazu. Der höchste beobachtete 3-Stunden-Kp der vergangenen 24 Stunden lag bei 3 – deutlich unterhalb einer NOAA-Sturmstufe. Für den Zeitraum vom 18. bis 20. September wird ebenfalls höchstens Kp 3 erwartet.

Damit lässt sich inzwischen recht gut nachvollziehen, was aus der starken Sonnenwindphase geworden ist:

15. September: kurzfristig nahezu 800 km/s.
16. September: geomagnetische Reaktion bis Kp 4.
17. September: Sonnenwind um 500 km/s, Kp maximal 3.
18. September: abklingender HSS-Einfluss und weiterhin keine geomagnetische Sturmstufe.

Der spektakulärste Messwert dieser Episode war also tatsächlich die Geschwindigkeitsspitze – nicht die Reaktion des Erdmagnetfeldes.

Aktuelle Weltraumwetterdaten können direkt beim NOAA Space Weather Prediction Center und beim Solar Influences Data and Analysis Centre (SIDC) verfolgt werden.

CH142 wandert weiter – sein Einfluss läuft aus

Auch das koronale Loch CH142, dessen High-Speed-Stream in den vergangenen Tagen bei der Erde angekommen ist, bewegt sich inzwischen weit nach Westen.

SIDC führte CH142 am 17. September bereits bei ungefähr N29W42. Das ebenfalls negativ gepolte CH149 lag sogar bei S22W67.

NOAA erwartet den Einfluss des aktuellen Coronal-Hole-High-Speed-Streams noch bis einschließlich 18. September. Für den 19. und 20. September werden anschließend überwiegend normale Sonnenwindbedingungen erwartet.

Wir befinden uns damit ziemlich eindeutig am Ende dieser Sonnenwindphase.

Und das macht den Blick auf Cumiana heute umso interessanter.

Cumiana am 18. September: A1 steigt auf 9,1

Für unsere Schumann-Beobachtung konzentrieren wir uns ab jetzt auf Cumiana im Piemont. Dadurch entsteht eine konsistente Zeitreihe aus derselben Messumgebung, statt unterschiedliche Stationen miteinander zu vermischen.

Die aktuelle Darstellung vom 18. September zeigt:

Kp-Index: 2,0
Schumann-Amplitude A1: 9,1
Sturmstatus: RUHIG

Die beigefügte 3-Tage-Prognose zeigt für heute einen maximalen Kp von ungefähr 3,7, für morgen 2,7 und für übermorgen 2,3.

Damit sehen wir zunächst einen interessanten Gegensatz.

Während sich das Erdmagnetfeld beruhigt, liegt die angezeigte A1-Amplitude heute bei 9,1.

Noch auffälliger ist das Cumiana-Detail-Spektrogramm.

Dort erscheint eine ausgeprägte, zeitlich begrenzte Intensitätsstruktur. Besonders in einem der unteren Frequenzbereiche ist ein großer rot-weißer Bereich zu erkennen, begleitet von weiteren vertikalen Strukturen. Im breiteren 24-Stunden-Spektrogramm wirkt das Gesamtbild dagegen wesentlich gleichmäßiger.

Wichtig für unsere Chronik ist deshalb zunächst die nüchterne Beobachtung:

Cumiana registriert heute eine deutliche Intensitätsveränderung, während das Erdmagnetfeld gleichzeitig ruhig ist.

Die aktuellen Schumann-Darstellungen können über Herzschlag der Erde – Live-Daten verfolgt werden.

Was bedeutet das kräftige Rot in Cumiana?

Gerade bei solchen Aufnahmen ist es sinnvoll, zwischen Frequenz und Intensität zu unterscheiden.

Die roten und weißen Bereiche bedeuten nicht, dass die grundlegende Schumann-Frequenz plötzlich auf einen extrem hohen Wert „gestiegen“ wäre. Die Farben des Spektrogramms stellen die Stärke beziehungsweise Intensität der gemessenen Signale in bestimmten Frequenzbereichen und Zeitfenstern dar.

A1 9,1 ist ebenfalls kein Frequenzwert von 9,1 Hertz, sondern der in dieser Darstellung angegebene Amplitudenwert.

Das ist für unsere weitere Beobachtung wichtig, denn wir wollen künftig nicht nur fragen, ob Cumiana „auffällig“ aussieht.

Interessanter sind präzisere Fragen:

Wie lange hält eine solche Intensitätsstruktur an? In welchen Frequenzbereichen erscheint sie? Wie entwickelt sich A1 anschließend? Und was geschieht gleichzeitig im Sonnenwind und im Erdmagnetfeld?

So entsteht aus einem spektakulären Bild tatsächlich verwertbare Beobachtung.

Seismik: M6,5 bei den Aleuten

Während sich das geomagnetische Umfeld beruhigt, war die Erde seismisch keineswegs vollkommen ruhig. Das stärkste Erdbeben der vergangenen 24 Stunden erreichte Magnitude 6,5 westlich der Aleuten in Alaska. EMSC lokalisiert das Ereignis rund 342 Kilometer westsüdwestlich von Unalaska. Es ereignete sich am 17. September um 14:19 UTC in ungefähr 116 Kilometern Tiefe.

Damit liegt das stärkste Ereignis deutlich über den Magnituden, die wir in den unmittelbar vorausgegangenen Tagen unserer Beobachtungsreihe notiert hatten. In den vergangenen 24 Stunden wurden weltweit rund 200 Erdbeben registriert; 14 davon erreichten mindestens Magnitude 4,5.

Auch Kolumbien taucht erneut in der aktuellen Seismik auf. Am 17. September um 21:10 UTC wurde südwestlich von Nóvita beziehungsweise nahe Sipí ein M4,7 in rund 58 Kilometern Tiefe registriert. EMSC verzeichnet dazu zahlreiche Wahrnehmungsmeldungen aus der Bevölkerung.

Am frühen 18. September folgte außerdem ein M4,6 östlich von Tsunō in Japan in etwa 54 Kilometern Tiefe.

Für unsere Zeitreihe ist die zeitliche Abfolge bemerkenswert: Die starke Sonnenwindphase mit Spitzen nahe 800 km/s liegt inzwischen mehrere Tage zurück, die geomagnetische Reaktion erreichte lediglich Kp 4 und ist mittlerweile wieder deutlich abgeklungen. Gleichzeitig sehen wir heute die auffällige Intensitätsstruktur in Cumiana und innerhalb des betrachteten 24-Stunden-Fensters ein M6,5-Ereignis.

Das ist zunächst eine zeitliche Parallelbeobachtung, keine Aussage darüber, dass das eine das andere verursacht. Genau deshalb dokumentieren wir die Parameter getrennt und vergleichen ihre zeitliche Entwicklung.

Die laufenden Erdbebendaten können direkt im USGS Earthquake Catalog und bei EMSC – aktuelle gefühlte Erdbeben überprüft werden.

Damit lautet unsere heutige Beobachtungskette vollständig:

Sonnenwind fällt → Kp fällt → Cumiana A1 steigt auf 9,1 und zeigt eine markante Intensitätsstruktur → gleichzeitig M6,5 bei den Aleuten.

Das Gegenmuster wird immer interessanter

Beim Kosmischen Wetter 18. September 2026 ergibt sich dadurch ein bemerkenswertes Bild.

Das Weltraumwetter wird ruhiger.

Der Sonnenwind fällt.

Bt nimmt ab.

Bz zeigt derzeit keine länger anhaltende problematische Südausrichtung.

Kp liegt in unserer Aufnahme bei lediglich 2.

Und gleichzeitig zeigt Cumiana A1 9,1 und eine markante Intensitätsstruktur.

Das ist deshalb interessant, weil eine sehr einfache Vorstellung erneut nicht funktioniert:

Starkes Weltraumwetter = hohe Schumann-Aktivität.

Zumindest unsere bisherigen Aufzeichnungen zeigen diesen simplen Gleichlauf nicht.

Als der Sonnenwind vor wenigen Tagen mit fast 800 km/s unterwegs war, erreichte das Erdmagnetfeld später lediglich Kp 4. Nun klingt die Sonnenwindphase weiter ab – während Cumiana auffälliger wird.

Das beweist keinen umgekehrten Zusammenhang.

Aber es zeigt ziemlich deutlich, warum wir diese verschiedenen Messgrößen getrennt dokumentieren müssen.

Die Sonne selbst bleibt auffallend ruhig

Auch auf der sichtbaren Sonnenscheibe deutet momentan wenig auf eine unmittelbar bevorstehende große Veränderung hin.

Die Sonnenaktivität lag zuletzt auf sehr niedrigem Niveau. NOAA beschreibt lediglich gelegentliche B-Klasse-Aktivität und erwartet bis zum 20. September weiterhin überwiegend sehr niedrige Aktivität mit der Möglichkeit einzelner C-Flares.

Die noch sichtbare Region AR4528 ist eine stabile, magnetisch einfache Alpha-Region und befindet sich bereits weit im Westen der Sonnenscheibe. Am 17. September wurde sie bei S11W70 geführt.

Entscheidend für die Erde: In den verfügbaren Koronagraphen-Aufnahmen wurden keine neuen erdgerichteten CMEs festgestellt. Auch der Protonenfluss liegt weiterhin auf Hintergrundniveau.

Damit gibt es momentan keinen Hinweis darauf, dass unmittelbar die nächste große Sonnenwindepisode auf uns wartet.

Was unsere Zeitreihe inzwischen zeigt

Nach mehreren Wochen Kosmischem Wetter verändert sich langsam die Fragestellung.

Am Anfang stand häufig die Frage: Was passiert heute?

Inzwischen können wir fragen: Was passiert immer wieder – und was gerade nicht?

Bei CH179 Anfang September sahen wir einen High-Speed-Stream und anschließend tatsächlich G1-Bedingungen.

Mitte September folgte eine andere Situation. Die Sonnenwindgeschwindigkeit stieg kurzzeitig auf nahezu 800 km/s, Bt verstärkte sich und Bz drehte zeitweise deutlich nach Süden. Trotzdem erreichte die anschließende geomagnetische Reaktion nur Kp 4.

Nun sinkt der Sonnenwind wieder in Richtung normalerer Werte. Kp liegt niedrig.

Und Cumiana zeigt gleichzeitig eine deutlich erhöhte Intensität.

Damit können wir bereits eine einfache Erklärung ausschließen:

Die Schumann-Darstellung folgt nicht einfach proportional dem Kp-Index.

Das bedeutet nicht, dass Veränderungen der Ionosphäre und des elektromagnetischen Umfeldes der Erde grundsätzlich voneinander getrennt wären. Es bedeutet lediglich, dass ein einzelner geomagnetischer Index offensichtlich nicht genügt, um das gesamte beobachtete System zu beschreiben.

Und genau hier beginnt unsere Zeitreihe interessant zu werden.

Körper und Psyche: Auch hier passt ein einzelner Wert nicht

Dasselbe Muster begegnet uns bei den über die vergangenen Wochen gesammelten Beobachtungen zum körperlichen und psychischen Befinden.

Wiederholt tauchten Kopfdruck oder Kopfschmerzen, innere Anspannung, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Kreislaufempfindlichkeit und Phasen erhöhter Reizbarkeit oder Überstimulation auf.

Aber diese Wahrnehmungen ließen sich bislang nicht zuverlässig an einen hohen Kp-Wert koppeln.

Auch die Schlafqualität verhielt sich nicht einheitlich. Ruhiger oder guter Schlaf kann ebenso während veränderter Weltraumwetterbedingungen vorkommen wie Unruhe in geomagnetisch unspektakulären Phasen.

Unsere bisherige Chronik spricht deshalb eher dagegen, das Befinden anhand einer einzigen Zahl erklären zu wollen.

Interessanter könnte langfristig sein, Übergangsphasen zu betrachten: also Zeiträume, in denen sich Sonnenwind, Bz, geomagnetisches Feld oder die Intensität der in Cumiana registrierten ELF-Signale verändern.

Ob sich daraus tatsächlich wiederkehrende zeitliche Muster ergeben, lässt sich erst mit einer längeren Datenreihe beantworten.

Aber genau diese Datenreihe bauen wir inzwischen auf.

Kosmisches Wetter 18. September 2026: Ruhe ist nicht Stillstand

Das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis des heutigen Tages.

„Ruhig“ bedeutet in unseren verschiedenen Messsystemen nicht, dass nichts geschieht.

Das Erdmagnetfeld kann ruhig sein, während der Sonnenwind noch erhöht ist.

Der Sonnenwind kann sich abschwächen, während Cumiana eine stärkere Intensitätsstruktur registriert.

Und ein niedriger Kp bedeutet nicht automatisch, dass alle anderen beobachteten Parameter ebenfalls niedrig sein müssen.

Deshalb betrachten wir künftig konsequent diese Kette:

Sonne → CME und koronale Löcher → Sonnenwind → Bt und Bz → Kp → Cumiana → Seismik → dokumentiertes körperliches und psychisches Befinden.

Nicht als fertige Kausalkette, sondern als verschiedene Ebenen derselben Beobachtungsreihe.

Gerade der 18. September 2026 liefert dafür einen guten Datenpunkt: Der High-Speed-Stream klingt ab, ein größerer geomagnetischer Sturm ist ausgeblieben, die Sonne ist ausgesprochen ruhig – und gleichzeitig erreicht die von uns beobachtete Cumiana-Amplitude A1 9,1.

Jetzt wird interessant, was als Nächstes geschieht.

Sinkt A1 gemeinsam mit dem weiter abklingenden Sonnenwind wieder?

Bleibt Cumiana erhöht, obwohl Kp niedrig bleibt?

Oder sehen wir in den kommenden Tagen eine völlig unabhängige Entwicklung?

Das lässt sich nicht aus einem Screenshot beantworten.

Aber nach mehreren Wochen müssen wir auch nicht mehr raten.

Wir können vergleichen.

Beobachten. Dokumentieren. Vergleichen.

Sonne. Erdmagnetfeld. Cumiana. Seismik. Und wir mittendrin.